PuTTY

PuTTY ist ein von dem englischen Programmierer Simon Tatham entwickeltes Programm, das sowohl Secure Shell- und Telnet- als auch Rlogin-Zugänge ermöglicht. Es ist lauffähig auf so unterschiedlichen Betriebssystemen wie etwa Microsoft Windows, der Windows-Variante für mobile Endgeräte Windows Mobile und Unix sowie Symbian OS. Die Unterstützung der mobilen Betriebssysteme erfolgt dabei inoffizielle, der Einsatz des Programms auf diesen Systemen ist jedoch prinzipiell möglich.

Secure Shell, Telnet und Rlogin: Was darunter zu verstehen ist

Der Sinn aller dieser Netzwerkprotokolle besteht darin, dass von einem Computer zu einem anderen eine sichere Verbindung hergestellt wird. Unter sicher ist in diesem Zusammenhang beispielsweise zu verstehen, dass die Verbindung abhörsicher ist und dass die übertragenen Daten nicht im Nachhinein manipuliert werden können. Secure Shell beispielsweise macht sich das TCP-Protokoll dafür zunutze und kann eine effektive Verschlüsselung der Daten vornehmen. Sinnvoll ist Secure Shell beispielsweise dann, wenn Ausgaben einer Kommandozeile von einem weit entfernten Rechner auf einem lokalen Rechner angezeigt werden. Da die Ausführung solcher Kommandozeilenbefehle in der Regel nur mit Administrationsrechten möglich ist, sollte die Verbindung möglichst sicher hergestellt werden. Telnet ist ein weiteres solches Protokoll, das bereits im Jahr 1971 entwickelt wurde und auf der einen Seite einen Telnet-Client und auf der anderen Seite einen Telnet-Server erforderlich macht. Auch Telnet wird üblicherweise dafür eingesetzt, dass eine Fernsteuerung von Computern vorgenommen werden kann, wobei die Befehlseingaben textbasiert sind. Damit ist Telnet für Programme gedacht, die über keine grafische Benutzeroberfläche verfügen. Rlogin bzw. Remote login schließlich erlaubt ebenfalls die Anmeldung an weit entfernten Computer über das Internet und benötigt für die Authentifizierung sowohl eine Benutzerkennung als auch das dazugehörige Passwort. Putty kann alle diese unterschiedlichen Protokolle für die Fernsteuerung von Computern für sich nutzen und ist deshalb auch auf unterschiedlichen Betriebssystemen lauffähig.

Die Vorteile von PuTTY: Breite Unterstützung von Betriebssystemen

Die Fernsteuerungszwecke machen es erforderlich, dass Kommunikationen zwischen unterschiedlichen Netzwerken stattfinden und auf deren Rechnern können sehr vielfältige Betriebssysteme installiert sein. So ist es beispielsweise möglich, dass PuTTY von unterwegs aus von einem mobilen Endgerät wie einem Tablet eingesetzt werden soll und dafür mit mobilen Betriebssystemen kompatibel sein muss. PuTTY erlaubt dank dieser breiten Unterstützung von Betriebssystemen einen flexiblen Einsatz, der nicht an bestimmte Systeme gebunden ist. Die Terminalemulation mittels PuTTY ist auch deshalb so interessant, weil die Software unter einer freien MIT-Lizenz vertrieben wird und damit keine weiteren Kosten für den Nutzer anfallen. Die MIT-Lizenz stammt vom Massachusetts Institute of Technology und sieht nicht nur die kostenlose Weitergabe vor, sondern auch die freie Einsicht des Quelltextes, sie kann aber auch im Zusammenhang mit Software eingesetzt werden, deren Quelltext nicht einsehbar ist.

Wichtige Funktionen der aktuellen Version von PuTTY

PuTTY ist aktuell in der Version 0.61 verfügbar (Stand: November 2011). Die Software kann dabei als eine Sammlung von mehreren Applikationen angesehen werden. Zu diesen gehören neben der Terminalemulation mittels Secure SSH, Telnet und Rlogin durch PuTTY auch die Applikationen PSCP (SCP-Client), PSFTP (ein SFTP-Client), der Terminalemulator PuTTYtel, der Telnet und Rlogin nutzt sowie Plink (Kommandozeile ohne grafische Oberfläche), Pageant (Agent mit SSH-Authentifizierung) und PuTTYgen, mit dem RSA und DSA Keys erstellt werden können. Schließlich wird mit pterm ein unabhängiger Terminal Emulator zur Verfügung gestellt. Die wichtigste Funktion von PuTTY besteht darin, dass im Rahmen einer Terminal-Sitzung Befehle abgesetzt werden könne, die auf weit entfernt liegenden Systemen ausgeführt werden. Die aktuelle Version unterstützt dabei bereits das IPv6 Protokoll für die Datenübertragung. Falls gewünscht, kann PuTTY auch von einem USB-Stick ausgeführt werden und muss nicht vorher eigens für den Terminal-Zweck installiert werden. Wer sich für die Nutzung von PuTTY interessiert, der kann die Software beispielsweise in dem grafischen SFTP-Client WinSCP finden oder als einzelnes Programm downloaden.